20. April 2016

Rezension - Der Keller

Der Keller


Minette Walters

Der Keller


Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 224
Erscheinungsdatum: 18. April 2016
Einband: Taschenbuch
Preis: 9,99





Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Zusenden dieses Rezensionsexemplares! 


Zum Inhalt

Erst als der jüngste Sohn der Familie Songoli nicht mehr von der Schule nach Hause kommt, wird Munas Leben besser. 
Endlich darf das Hausmädchen aus dem Keller nach oben ins Haus umziehen. Auch wenn es nur daran liegt, dass die Polizei während ihrer Befragung keinen Verdacht schöpfen soll. Muna entkommt dem dunklen Kellerloch zumindest zeitweise. Trotzdem ist sie weiterhin die Sklavin der Familie. Sie ist dazu da zu kochen und zu putzen. Die Songolis nutzen sie aus und misshandeln sie, wo sie nur können. Muna darf weder nach draußen noch lesen oder schrieben lernen. Nicht einmal die Sprache beherrscht sie. Das denken zumindest die Songolis. Aber Muna ist intelligenter, als sie ihre Umgebung glauben macht. Sie will nicht länger die Sklavin im Keller sein, und sie weiß auch schon, wie sie das anstellt......


Über die Autorin


Walters_Minette_72dpi_23145.jpgMinette Walters arbeitete lange als Redakteurin in London, bevor sie Schriftstellerin wurde. Seit ihrem Debüt "Im Eishaus", das 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde, zählt sie zu den Lieblingsautoren von Millionen Leserinnen und Lesern in aller Welt. Alle ihre bisher erschienenen Romane wurden mit wichtigen Preisen ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Minette Walters lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Dorset, England.


Meine Meinung

"Der Keller" war das erste Buch, das ich von Minette Walters gelesen habe. Und bisher war mir die Autorin völlig unbekannt. Leider, denn jetzt habe ich eine ganze Menge Lesestoff nachzuholen, da ich absolut begeistert war von diesem Psychothriller.
Aber beginnen wir ganz von vorne...
Ohne Umschweife und ohne lange um den heißen Brei herum zu reden beginnt die Geschichte. Ab dem ersten Satz ist man mitten drin im Geschehen und man begleitet Muna auf ihrem Leidensweg. Das ist es auch, was dieses Buch zu etwas besonderem macht. Nicht an einer einzigen Stelle wird es unnötig in die Länge gezogen, sondern alles wird direkt auf den Punkt gebracht. Ich fand es sehr interessant zu erfahren, was sich hinter einem Psychothriller verbirgt, der eine so geringe Seitenzahl hat und ich war sehr gespannt was mich erwartet. Die gesamten 224 Seiten über wird man nicht vor grausamen Details verschont. Eindeutig ist dieser Thriller nichts für schwache Nerven, oder für jemanden, der es nicht gut verkraften kann, über Kindesmisshandlung und deren Folgen zu lesen.
 Für mich hat Muna, die Protagonistin, eine extrem starke Persönlichkeit, die mich zeitgleich fasziniert und erschreckt hat. In dem Buch wird, auf brutale Art, sehr deutlich dargestellt, was es für Auswirkungen auf die menschliche Psyche haben kann, nachdem man so misshandelt wurde/wird wie Muna. 
Der Schreibstil von Minette Walters hat mich sehr angesprochen und die Spannung wurde von der ersten bis zur letzten Seite gehalten. Es ist ihr hervorragend gelungen, eine Mischung aus Spannung, Faszination und abgrundtiefer Grausamkeit zu erschaffen, die mich stellenweise emotional tief berührt und sprachlos gemacht hat.

Das Buch und die gesamte Story haben mich stark beeindruckt und deshalb bewerte ich "Der Keller" von Minette Walters mit 5 von 5 Sternen. 
Als nächstes werde ich mich wohl ihrem Debütroman "Im Eishaus" widmen und bin schon gespannt, was mich da Großartiges erwartet.